Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

16.02.2017 von Freddy Narewski

Das Projekt "Fähre nach Delftzijl" ist tot

Emdens Oberbürgermeister sieht keine Perspektive für Emsverbindung

Von Jens Voitel s 0 49 21 / 89 00-412

Emden. Das bereits seit Jahren diskutierte Projekt einer Fährverbindung zwischen der Knock und der niederländischen Stadt Delfzijl ist gestorben. Das ist recht eindeutig einem Schreiben von Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann an den Arbeitskreis Fährverbindung Knock - Delfzijl zu entnehmen, das der Emder Zeitung vorliegt. Danach sehen weder die Stadt Emden noch die Stadt Delfzijl eine finanzielle Grundlage für eine Verbindung auf dem Wasserweg. Das werde sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern, so Bornemann. FDP-Fraktionschef Erich Bolinius, einer der eifrigsten Verfechter einer solchen Fährverbindung, zeigte sich gestern entsprechend enttäuscht. Aber auch er sieht in dem Schreiben des Emder Verwaltungschefs nun das endgültige Aus für das Projekt, das seit über sieben Jahre auf deutscher und niederländischer Seite diskutiert wird. „Emden hat eine große Chance verpasst”, so sein Fazit.
Bornemann verweist in seinem Schreiben auf die „wirtschaftlichen Realitäten”. Nach allen bisherigen Untersuchungen geht er davon aus, dass es „nie zu einem positiven Kosten/Nutzen-Verhältnis” kommen wird. Eine Fährverbindung wäre also immer auf eine Bezuschussung angewiesen, die aber weder die Stadt Emden noch die Stadt Delfzijl leisten könnten - schon gar nicht in einer derart „prekären Haushaltslage”, in der sich Emden gerade befindet. Dass das finanziell nicht tragbar ist, darin seien sich die beiden Oberbürgermeister nach mehreren Gesprächen durchaus einig.

knock3

„Das Projekt ist schon seit Jahren tot”, bekräftigte Stadtbaurat Andreas Docter die Einschätzung der Verwaltung. Bereits vor fünf Jahren hätten alle Untersuchungen von verschiedenen Seiten zu diesem Ergebnis geführt. „Eine solche Fährverbindung trägt sich nicht”, sagte Docter gestern gegenüber der Emder Zeitung. Zu diesem Schluss seien auch Privatunternehmen gekommen. Docter spricht von einer sechsstelligen Summe, die die beiden Kommunen jeweils investieren müssten, um eine Fährlinie zu unterstützen. Der Arbeitskreis, der sich seit 2011 für eine solche Fährverbindung einsetzt, sieht dagegen großes Potenzial - nicht nur für den Tourismus. Nachdem die Diskussion um eine Brücke über die Ems vor Jahren versickert war, hatte man sich der Option einer regelmäßigen Schiffsverbindung über die Ems gewidmet und dafür auch unterschiedliche Partner ins Boot geholt. Doch offensichtlich umsonst.


FDP hält an der Idee fest

„Wir hätten vor fünf Jahren in einen Zuschuss investieren müssen, um  zu zeigen, wie
knock1  attraktiv so eine Verbindung ist”, sagte Bolinius gestern.
 Jetzt  sieht  aber  auch  er kaum noch eine Chance für ein 
 finanzielles Engagement der Stadt. Dennoch will der FDP-
 Mann noch nicht ganz von dem Projekt lassen.
 „Wir werden weiter mit Reedereien sprechen, ob sich nicht
 doch noch eine Lösung finden lässt.”
  Das bringt  nicht  viel, sagt  dagegen Stadtbaurat Andreas
  Docter.  Auf  beiden  Seiten der  Ems  würden eben viel zu
 wenig Menschen wohnen, die eine solche Fähre nutzen würden.

Emder Zeitung vom Donnerstag, 16. Februar 2017, Seite 3 (1 View)