Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

21.02.2017 von Freddy Narewski

Neues zum "Masterplan Ems 2050"

Ideen zur Tidesteuerung werden konkreter
UMWELT
In Jemgum wurden die Ergebnisse des Lenkungskreises zur Machbarkeitsstudie vorgestellt
Demnach sollen die Tore des Emssperrwerks zur Tidesteuerung genutzt werden.
Eine  Machbarkeitsstudie hat nun geprüft, ob eine Umsetzung dieser Variante möglich ist

VON ANTONIA RÜHLE
21. Februar 2017, Ostfriesenzeitung, Seite 20
JEMGUM - Etwa 30 Interessierte sowie der Landesvorsitzende der FDP und ehemalige    Umweltminister, Dr. Stefan Birkner, waren am Montag in das Dörfergemeinschaftshaus nach Jemgum gekommen, um sich über den aktuellen Planungsstand des Masterplan Ems 2050 zu informieren. Dabei ging es vorrangig um die Frage, ob die flexible Tidesteuerung am Ems- sperrwerk in Gandersum geeignet ist, die Emsverschlickung zu reduzieren. In einer Mach- barkeitsstudie war das Verfahren Ende vergangenen Jahres auf seine Umsetzung geprüft worden: Dabei zeigte sich, dass die Verschlickung der Ems tatsächlich verringert werden kann. Die Ergebnisse der Studie stellte Dirk Post vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) der Politik und  interessierten Bürgern vor.
Seit etwa zwei Jahren gibt es bereits Diskussionen um den Masterplan. „Vieles war bisher  offen und unbestimmt. Nun wird es Zeit, dass wir unsere Ziele festlegen“, sagte Franz-Josef Sickelmann, Landesbeauftrater für das Gebiet Weser-Ems. Ursprünglich gab es Über- legungen, eine Sohlschwelle fest in die Ems zu bauen, um das Niedrigwasser anzuheben. Wirtschaftlicher sei es jedoch, das Emssperrwerk mit seinen Toren zur Tidesteuerung zu nutzen. „So kommen wir auch ohne einen zusätzlichen Bau am Sperrwerk aus“, sagte Dirk Post. In diesem Fall handelt es sich um eine flexible Tidesteuerung. „Demnach kann man den Flutstrom mithilfe der Sperrwerkpumpen am Emssperrwerk und der Schließung der Haupt- schifffahrtsöffnung bremsen“, sagte Post. Die anderen Tore könnten zudem zum Teil ge- schlossen werden, um die einströmende Flut weiter zu mindern. „Wie hoch die Spalt- öffnungen der einzelnen Tore sind und wie lange man diese öffnet,kann man zusammen mit demSchifffahrtsamt überlegen“, erklärte Dirk Post. Die Sohlsicherung müsse auf jeden Fall erweitert werden, betonte Post. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zeigten zudem, dass eine flexible Tidesteuerung zu einem deutlich höheren Sauerstoff- und geringerem  Stick-stoffgehalt im Wasser führe, so Post. Schwebstoffe würden bis an die Außenems in Emden getragen werden, die Konzentration nehme dennoch ab. „Mit einem Bagger können die  Schwebstoffe dort einfacher ausge-baggert werden“, sagte Dirk Post. Erich Bolinius von der Emder FDP sah das jedoch kritisch: „Wir Emder haben dann Sorgen, dass unser Hafen noch weiter verschlickt“, sagte er. Franz-Josef Sickelmann nannte noch einmal den Zeitplan. „Ziel des Lenkungskreises ist es, dass die Tidesteuerung 2020 in Betrieb geht“, sagte er. Bund und Land müssten nun   entscheiden, wie die Kosten aufgeteilt werden.

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Franz-Josef Sickelmann, Landesbeauftragter für die Region Weser-Ems (am Pult) stellte den Zeitplan vor. BILD: RÜHLE
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FRANZ-JOSEF
SICKELMANN
„Ziel ist, dass
die Tidesteuerung
2020 in
Betrieb geht“