Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

14.03.2017 von Freddy Narewski

Bleibt Batteriewerk Thema für Emden?

FDP-Fraktion

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

Emden, den 13.3.2017

 

 

An die

Stadt Emden

z. Hd. Herrn Oberbürgermeister

Bernd Bornemann

 

 

Ansiedlung VW-Batteriewerk

 

Moin Herr Oberbürgermeister,

lieber Bernd,

in der heutigen Fraktionssitzung haben wir uns auf die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Hafen, Tourismus und Digitales am 16.3.17 vorbereitet.

Ein Punkt auf der TO, den wir beantragt haben, ist die  Bewerbung um die Ansiedlung einer E-Auto-Fabrik.

Bei der Beratung dieses Punktes wurde auch der Punkt „Bau eines Batteriewerkes“  angesprochen. Der Presse war zu entnehmen, dass das Batteriewerk im VW-Motorenwerk in Salzgitter angesiedelt wird. Pressebericht von heute hierzu siehe untenstehend*)

 

Beim Kaufmannsmahl am 26.11.2016, ich war anwesend, hat Wirtschaftsminister Olaf Lies der Stadt Emden Hoffnung auf die Ansiedlung des Batteriewerkes gemacht. Er sagte wörtlich, dass Emden sich für die Ansiedlung anbiete und brachte gleichzeitig den Rysumer Nacken wieder ins Gespräch.

Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium hat drei Standorte geprüft. In dem am 28. Oktober 2016 veröffentlichen Papier heißt es: „Der VW-Produktionsstandort Emden verfügt zudem über besondere Kompetenz im Bereich der regenerativen Energieerzeugung”  (Presseberichte siehe untenstehend ** und ***).

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir müssen immer wieder feststellen, dass Minister Lies Hoffnungen weckt, die später nicht in Erfüllung gehen. Wenn es so weiter geht, wird Minister Lies als Ankündigungsminister in die Emder Geschichte eingehen.

Wir bitten Sie, uns mitzuteilen, welche Maßnahmen die Stadt unternommen hat, um das Batteriewerk nach Emden zu holen bzw. wie der Stand der Verhandlungen  - wenn es solche noch gibt - ist.

 

Mit hartelk Gröten

Erich Bolinius

 


 

*) OZ vom 13.3.17

Salzgitter
bekommt
Batteriewerk

Wolfsburg/Salzgitter - Volkswagen steigt in die Erforschung von Batteriezellen ein. Das VW-Motorenwerk in Salzgitter habe die entsprechende Zusage, so Betriebsratschef Bernd Osterloh. Erste Mitarbeiter seien eingestellt worden. Die Batterie werde künftig 40  Prozent der Wertschöpfung eines Autos ausmachen – da wolle man sich nicht von Fremdherstellern abhängig machen. Auch Emden war für ein Batteriewerk im Gespräch

 

 


 

**)

Emder Zeitung, 28.11.2016, Seite 1

Batteriewerk bleibt Thema für Emden

Wirtschaftsminister macht Hoffnung

Von Jens Voitel s 0 49 21 / 89 00-412

Emden. Der Bau einer Batteriefertigung bleibt ein Thema für Emden. Dazu hat am Sonnabend auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) beigetragen, der auf dem traditionellen Kaufmannsmahl den ostfriesischen Standort weiterhin im Spiel gehalten hat. „Auch wenn mich die VW-Betriebsräte in Salzgitter darum gebeten haben, im Zusammenhang mit einem geplanten Batteriewerk Emden nicht mehr zu nennen, tue ich es dennoch”, sagte Lies vor den rund 170 Gästen aus Wirtschaft und Politik. Salzgitter gilt als priorisierter Standort für ein Batteriewerk, weil wegen der angekündigten mittelfristigen Abkehr von VW vom Verbrennungsmotor das dortige Motorenwerk dringend Alternativen benötigt, um die Beschäftigung zu sichern.

„Es ist ein längerer Weg, zugegeben”, sagte der Wirtschaftsminister in seiner Rede vor der Kaufmannschaft. Deshalb gelte für die Seehafenstadt: „Durchhalten!” Wenn aber „2022 oder 2023” im Emder VW-Werk „in großen Mengen” Elektroautos von den Bändern rollen werden, biete sich Emden auch als Standort für eine Batteriefertigung an. Lies nannte in diesem Zusammenhang auch wieder den Rysumer Nacken, der dann eine neue Perspektive bekäme.

 


 

***)
Emder Zeitung vom Samstag, 29. Oktober 2016, Seite 1

 

Land prüft Batteriewerk

in Emden

Suche nach geeignetem Standort

Von Jens Voitel s 0 49 21 / 89 00-412

Emden. Das Land Niedersachsen prüft die Ansiedlung einer Batteriezellen-Fertigung in Emden. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage von CDU-Abgeordneten hervor. Danach sind aber auch Braunschweig und Salzgitter im Fokus der Landesregierung. Hintergrund sind Pläne von Volkswagen, die Motoren nach und nach auf Elektroantrieb umzustellen. Dafür ist auch eine Batteriefertigung notwendig und wohl auch schon geplant. Bislang galt Salzgitter als

Drei Standorte in der engeren Auswahl

Favorit für einen solchen Fertigungsort, da der derzeitige Bau von Verbrennungsmotoren langfristig wohl keine Zukunft mehr haben wird. Also sind dringend Maßnahmen nötig, um den Wegfall von Arbeitsplätzen dort zu verhindern.

Aufgrund der Nähe zu den VW-Werken und der künftigen Standortauslastungen sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums aber drei Standorte in der engeren Auswahl: Braunschweig, Salzgitter und Emden. „Für die Motoren- und Getriebestandorte könnte diese künftig eine Beschäftigungsalternative darstellen” heißt es in der Antwort auf die Anfrage. „Der VW-Produktionsstandort Emden verfügt zudem über besondere Kompetenz im Bereich der regenerativen Energieerzeugung”, heißt es in dem Papier, das gestern veröffentlicht wurde.

Zuletzt hatte sich Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei einem Besuch in Emden dafür ausgesprochen, dass der beste Standort für den Bau einer Batteriefabrik an der Küste zu suchen sei. Hier könnten die Offshore-Windparks die notwendige Energie liefern, so Lies.

Währenddessen hat Volkswagen-Personalvorstand Karlheinz Blessing gestern bekräftigt, dass der Umbau des Autobauers Tausende Jobs kosten wird. VW hat sich - auch unter dem Druck des Abgasskandals - ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Elektromobilität gesetzt. „Über die Jahre betrachtet, wird es weltweit um eine fünfstellige Zahl gehen.“ VW hat weltweit mehr als 610 000 Beschäftigte.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte bereits Mitte Oktober gesagt, er rechne mit dem Wegfall vieler Stellen. „Das können 1500 im Jahr sein, oder auch 2500 - je nachdem, wie viele Menschen die Altersteilzeit in Anspruch nehmen, und das auf zehn Jahre gesehen“, hatte der VW-Aufsichtsrat damals gesagt. Hochgerechnet könnten also bis zu 25 000 Jobs zur Disposition stehen.