Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

10.05.2017 von Freddy Narewski

Presseberichte zum Thema Apollo


Der Tag der Entscheidung für das alte Apollo

Von Marten Klose

und Jens Voitel

Emden. Für das ehemalige Apollo-Kino schlägt morgen die entscheidende Stunde. Der Rat stimmt ab, ob doch noch einmal eine halbe Million Euro in die Sanierung des denkmalgeschützten Baus investiert wird. Dann könnte der ursprüngliche Plan, dort ein Kulturzentrum zu eröffnen, verwirklicht werden. Die Alternative ist ein Verkauf des Apollo. Geschieht das, wäre der Weg frei für einen privaten Investor. Rat und Verwaltung hätten dann allerdings wohl keinen Zugriff mehr auf die stadtbildprägende Immobilie.

Der Tagesordnungspunkt 14 der Ratssitzung könnte also einen vorläufigen Schlusspunkt unter den mittlerweile Jahre währenden politischen Zank ums Apollo setzen. Alles deutet auf eine knappe Entscheidung hin, bei der die neu in den Rat gewählte GfE wieder das Zünglein an der Waage sein kann.

Die Verwaltung schlägt vor, das Apollo zunächst mit städtischem Geld und Mitteln aus Fördertöpfen auf Vordermann zu bringen. Anschließend soll das alte Kino dann an drei Unternehmen für eine kulturelle und gastronomische Nutzung verpachtet werden. Die Investition der Stadt würde - so der Plan - aus Pacht und Miete refinanziert werden. Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Verwaltung: Das „Sanierungsgebiet Innenstadt” wird um das Apollo erweitert.

Während Grüne und SPD bereits Zustimmung signalisiert haben, bleiben CDU und FDP bei ihrer Linie: Das Apollo soll verkauft werden.

Nun kommt es also auf die Stimmen der GfE an. Das Problem: Die Fraktion war sich bis kurz vor der entscheidenden Sitzung noch uneins, ob sie der Verwaltung und somit der SPD und den Grünen folgen und dem Konzept zustimmen soll.

GfE fordert bessere Absicherung

Aus der GfE hieß es, dass man von den Nutzern des Gebäudes noch „Nachbesserungen” am Konzept gefordert habe. Dabei geht es vor allem um eine finanzielle Absicherung für den Fall, dass einer der Pächter ausfällt.

Pikant: Die GfE war es, die vor der Kommunalwahl zu den schärfsten Kritikern des Apollo-Projekts gehört hat. Noch vor einem Monat hatte die GfE in einem Schreiben an Oberbürgermeister den Verkauf gefordert. „Das war rein prophylaktisch - es ist noch alles offen”, sagte GfE-Fraktionschef Jochen Eichhorn gestern auf Anfrage. Das sah vor einigen Monaten noch anders aus: Gleich nach ihrem Einzug in den Rat hatte die GfE den Verkauf beantragt, dann aber - sehr zum Ärger der CDU - doch noch einmal einer Vertagung zugestimmt. Die Wählergemeinschaft macht es also bis zur letzten Minute spannend. Fest stehe bislang nur, „dass wir Donnerstag völlig geschlossen eine Meinung verkünden werden”, so Eichhorn.

Die Grünen finden das Konzept der Verwaltung grundsätzlich gut und wirtschaftlich vertretbar. Sie hatten sich von Anfang an für eine kulturelle Nutzung des Apollo ausgesprochen und sehen nun auch ein realistisches Finanzierungskonzept auf dem Tisch liegen. „Der Stadt werden durch die Kreditaufnahme keine weiteren Verluste entstehen, weil die Refinanzierung über die Mieteinnahmen erfolgt”, ist sich Grünen-Chef Bernd Renken sicher. Ganz anders sieht das Erich Bolinius (FDP): „Wir sind der Meinung, dass das Konzept schöngerechnet worden ist.”


Emder Zeitung vom Mittwoch, 10. Mai 2017, Seite 1


GfE hat das Schicksal des Apollo-Kinos in der Hand

POLITIK Die Fraktion könnte bei der Abstimmung während der Ratssitzung am Donnerstag das Zünglein an der Waage sein
Von Martin Alberts
EMDEN - An diesem Donnerstag soll der Emder Rat über das Schicksal des leer stehenden Apollo-Kinos entscheiden. Zur Wahl stehen zwei Beschlussvorlagen – eine von der Stadt-verwaltung, in der eine Sanierung des Gebäudes für 1,2 Millionen Euro und eine  anschließende Vermietung vorgesehen sind, sowie eine auf Basis eines Antrags der GfE-Fraktion. Die Wählergemeinschaft fordert darin einen Verkauf des Apollos, das seit 2012 Eigentum der Stadt Emden ist.
Der Vorschlag der Verwaltung geht auf eine Anfrage von drei möglichen Mietern zurück: Die Firmen Indigo Food Company aus Emden, Soundwerk-Events aus Hinte und Martin Parysh Urban Design aus Hamburg wollen die drei ehemaligen Kinosäle für gastronomische  Angebote, Dienstleistungen und ein Atelier nutzen, wie aus der Vorlage der Verwaltung hervorgeht. Für die vorherige Sanierung müsste die Stadt 600 000 Euro aus eigener Tasche
aufbringen, die Mieter würden 100 000 Euro beisteuern, der Rest könnte über Zuschüsse
finanziert werden. Als „wirtschaftlich tragbar“ schätzt Bernd Renken, Vorsitzender der Fraktion
von Bündnis 90/Die Grünen, das Nutzungskonzept ein. „Wir unterstützen die Vorlage der Verwaltung“, sagte er. Ähnlich sehen es auch die Sozialdemokraten: „Wir stehen zu dem Projekt Apollo“, sagte die SPD-Fraktionschefin Maria Winter. Die Immobilie habe für die Stadt gerade angesichts der geplanten Wiederbelebung des nahe gelegenen Kaufhallen- Areals eine große Bedeutung.
Strikt für einen Verkauf spricht sich dagegen die CDU-Fraktion aus: „Wir haben das Gebäude niemals kaufen wollen“, sagte deren Vorsitzender Helmut Bongartz. Seine Fraktion hatte bereits im vergangenen Jahr einen Antrag gestellt, um das ehemalige Kino zu veräußern. Die GfE-Fraktion, die sich im Vorfeld der Kommunalwahl noch für einen Verkauf des Apollos ausgesprochen hatte, stimmte damals einer Gnadenfrist zu, um das Nutzungskonzept zu prüfen. Fraktionschef Jochen Eichhorn versicherte jedoch, dass die Wählergruppe selbst einen neuen Antrag zum Verkauf stellen werde, sollte das Konzept nicht überzeugen.
Der entsprechende Antrag liegt nun am Donnerstag dem Rat zur Entscheidung vor. Die FDP-Fraktion, die zuletzt unentschlossen war, wolle diesem nun zustimmen, teilte deren Vorsitzender Erich Bolinius mit: „Wir sind der Meinung, dass das Investitions- und Finanzierungskonzept schöngerechnet worden ist.“ Die Verwaltung solle deshalb damit beauftragt werden, das Apollo überregional zum Verkauf anzubieten, so Bolinius.
Die GfE-Fraktion, die den Antrag zum Verkauf eingebracht hat, behielt sich selbst bis zuletzt eine Entscheidung in der Frage Apollo vor. Nach OZ-Informationen gibt es innerhalb der Fraktion sowohl Befürworter als auch Gegner des vorliegenden Nutzungskonzepts. Am Donnerstag tagt der Emder Rat öffentlich ab 18 Uhr. Bei der Abstimmung über die Zukunft des Apollo-Kinos könnte die GfEFraktion das Zünglein an der Waage sein. Auf eine entsprechende Anfrage der OZ antwortete die Wählergemeinschaft bis zum Dienstagnachmittag nicht.

apollooz

Verkauf oder neue Nutzung?
In dieser Frage muss das Gremium entscheiden. SPD, Grüne, CDU und FDP haben in dieser Angelegenheit bereits Stellung bezogen.

(Ostfriesenzeitung, Mittwoch, den 10. Mai 2017, Seite 19)