Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

12.05.2017 von Freddy Narewski

Presseberichte: Apollo wird Kulturstätte

Emder Zeitung, 12. Mai 2017

Rat stimmt mit großer Mehrheit zu

Von Jens Voitel und Marten Klose

Emden. Viele Jahre lang währte der Streit um die Zukunft des Apollo-Kinos, jetzt steht fest: In dem markanten Klinkerbau werden nun doch Kultur und Gewerbe einziehen. Dafür hat sich der Rat gestern letztlich in großer Mehrheit entschieden. Gegen die Stimmen von CDU und FDP sprachen sich SPD, Grüne, Linke und auch die GfE für das von der Verwaltung vorgelegte Konzept aus. Ein Verkauf ist damit vom Tisch.

Noch in diesem Jahr sollen die Planungen für die Sanierung des denkmalgeschützten Baus beginnen. Läuft alles rund, könnte bereits Anfang 2018 vor Ort mit den Umbaumaßnahmen begonnen werden. Insgesamt müssen rund 1,2 Millionen Euro investiert werden.

Eine „Totalsanierung” wird es nach Angaben von Stadtbaurat Andreas Docter nicht geben. Stattdessen strebt die Verwaltung einen „begrenzten Aufwand” an, um das Apollo wieder auf Vordermann zu bringen. Docter und Oberbürgermeister Bernd Bornemann machten deutlich, dass sie sich von der Belebung des Apollo einen enormen Nutzen für die gesamte Innenstadt erhoffen.

So sehen es auch Grüne, SPD, die Linke und die GfE. Letztere wurde von der CDU und FDP scharf für ihr Votum kritisiert. Zur Erinnerung: Die Wählergemeinschaft gehörte vor der Kommunalwahl 2016 zu den stärksten Kritikern des Apollo-Ankaufs. FDP-Fraktionschef Erich Bolinius und sein CDU-Kollege Helmut Bongartz bezichtigen die GfE deshalb der Wählertäuschung.

GfE-Fraktionschef Joachim Eichhorn rechtfertigte dagegen die Entscheidung. Mittlerweile sei durch die drei Mietinteressenten und das Konzept der Verwaltung eine neue Situation entstanden. Doch damit war die zeitweise sehr scharf geführte Diskussion noch nicht zu Ende. Und auch wegen des Zentralklinikums lieferten sich die Fraktionen Wortgefechte.

Ausführlicher Bericht folgt


Emder Zeitung vom Freitag, 12. Mai 2017, Seite 1 (13 Views)


Ostfriesenzeitung, 12. Mai 2017

Rat stimmt Apollo-Konzept der Stadt zu
POLITIK Große Mehrheit dank GfE-Fraktion / Umbau soll Ende 2018 abgeschlossen sein
CDU und FDP befürchten deutlich höhere Kosten als die von der Verwaltung veranschlagten 1,2 Millionen Euro. Sie lehnen die Pläne ab.

Von Gordon Päschel
EMDEN - Johannes „Urmel“ Meyering strahlte vor Freude, und er wollte nur eines: Endlich eine rauchen. Aber egal, wo er auch suchte: Vor lauter Hektik konnte er seine Zigaretten nicht finden. Denn das, was gerade eben im Emder Ratssaal passiert gewesen war, hatte das Orginal zu sehr aufgewühlt. Mit großer Mehrheit stimmte der Rat der Stadt am  Donnerstagabend dafür, das einstige Apollo-Theater zu sanieren und wieder mit Leben zu füllen. Im kommenden Jahr soll der Umbau beginnen.
Acht Jahre lang habe er versucht, Menschen für das Gebäude und sein Projekt zu begeistern, sagte Meyering unmittelbar nach der Entscheidung. Jetzt könnten er und seine Partner „richtig viel draus machen“. Seine Partner, das sind der Hinteraner Event-Dienstleister Soundwerk und ein Hamburger Möbel- und Objektdesigner. Zusammen mit Meyering, der eine Erlebnisgastronomie aufbauen möchte, wollen sie sich im einstigen Kino als Mieter ansiedeln (die OZ berichtete). 
Als Voraussetzung wird die Stadt als Eigentümerin die denkmalgeschützte Immobilie für rund 1,2 Millionen Euro sanieren. Losgehen soll es „früh im Jahr 2018“, sagte Stadtbaurat Andreas Docter. Laufe alles nach Plan, könnten die Arbeiten gegen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Weil rund 500 000 Euro über Fördermittel abgedeckt seien und die Mieteinnahmen den verbleibenden Eigenanteil der Stadt sicherten, sprachen Docter und auch Oberbürgermeister Bernd Bornemann (SPD) von einem „wirtschaftlich tragfähigen Konzept“.
Entscheidend für die Umsetzung war am Donnerstag das Votum der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden (GfE). Während alle anderen Fraktionen sich im Vorfeld positioniert hatten, war bis zuletzt offen, wie sich die neue, zweitstärkste Kraft im Rat verhalten würde. Sie stimmte dafür – zusammen mit der SPD, den Grünen und der Linken. Im Wissen, während des Kommunalwahlkampfes im vergangenen Jahr scharf gegen das Apollo argumentiert zu haben, rechtfertigte GfE-Fraktionschef Jochen Eichhorn die Entscheidung mit einer „neuen Ausgangslage“. Das Konzept habe seine Fraktion nach einigen Änderungen überzeugt. So schlossen sich die Mieter auch auf Drängen von GfE zu einer Haftungsgemeinschaft zusammen. Fällt einer aus, stehen die anderen beiden in der Pflicht.
Für ihre Richtungsänderung handelten sich Eichhorn und die anderen GfERatsmitglieder den beißenden Spott von CDU und FDP ein, die gegen den Beschluss gestimmt hatten. „Ich stehe auf, damit ich die Umfaller besser sehen kann“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Bongartz und erhob sich vom Stuhl. Mit Blick auf die finanziellen Verpflichtungen der Stadt prophezeite er: „Da kommt noch einiges auf uns zu.“ Auch Erich Bolinius (FDP) fürchtet, dass der Kostenrahmen für die Sanierung gesprengt werden könnte.  Der Verwaltung warf er „Schönrechnerei“ vor und schimpfte über ein „viel zu hohes Risiko“, das die Stadt mit diesem Projekt eingehe.

urmelkino
Ende 2018 könnte im einstigen Apollo-Theater wieder Leben einziehen. Der Rat der Stadt machte dafür am Donnerstag
den Weg frei.    ARCHIVBILD: PÄSCHEL