Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

10.08.2017 von Freddy Narewski

Emder Ratsfrauen beantragen Sondersitzung


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

lieber Bernd,

es wird von 4 Ratsfrauen eine Sondersitzung des Rates am 8. März 2018 anlässlich des internationalen Frauentages beantragt.

Die FDP-Fraktion hat gestern den Antrag erhalten und in der Fraktionssitzung darüber diskutiert. Fazit: Die FDP lehnt eine Rats-Sondersitzung ab.

Vielmehr schlagen wir vor bzw. beantragen das, dass die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Okka Fekken, an dem Tag eine Veranstaltung zu dem Punkt – eventuell im VHS-Forum – organisiert. Alle Teilnehmer/innen könnten sich dann an der Diskussion beteiligen, was in einer Ratssitzung nicht möglich ist.

Sollte eine Ratssitzung angesetzt werden, wird die FDP-Fraktion natürlich teilnehmen. Allerdings sollten die üblichen Regularien auch bei dieser Sitzung eingehalten werden.


Mit freundlichen Grüßen

Erich Bolinius



Besondere Ratssitzung zum Weltfrauentag gefordert

Ratsfrauen mehrerer Fraktionen stellen Antrag / Kritik von der FDP

Von Suntke Pendzich s 0 49 21 / 89 00-417

Emden. Vier Ratsfrauen unterschiedlicher Fraktionen fordern eine Sondersitzung des Rates zum 100-jährigen Bestehen des Frauenwahlrechts im kommenden Jahr. Dabei könnten Themen, die Emder Frauen und Mädchen betreffen, im Mittelpunkt stehen. Heute soll Oberbürgermeister Bernd Bornemann ein entsprechender Antrag vorgelegt werden, wie Andrea Marsal, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Emder Rat, auf Anfrage der EZ erklärte.

„Ich habe Herrn Bornemann schon in der vergangenen Woche über die Pläne informiert und er hat mir gesagt, dass er sie gut findet”, sagte Marsal. Für eine persönliche Stellungnahme war der Oberbürgermeister gestern nicht zu erreichen. Neben Andrea Marsal haben auch Maria Winter (SPD), Doris Kruse (GfE) und Andrea Risius (CDU) den Antrag unterzeichnet.

Die Sondersitzung soll am 8. März, dem Internationalen Frauentag, stattfinden. So steht es im Antrag, der der Emder Zeitung vorliegt. Darin ist auch eine Liste möglicher Themen zu finden, die sich laut Marsal bewusst durch alle Verwaltungsbereiche zieht. Beispielsweise soll die Gleichstellungsbeauftragte Okka Fekken über die Chancen von Mädchen in Emden referieren, das Frauenhaus könnte einen Bericht präsentieren oder es könnten Hochschulprojekte von Frauen vorgestellt werden. „Das sind alles Themen, die wir ohnehin in jedem Jahr behandeln”, sagt Marsal. „Wir wollen diese nun aber zusammenfassen, um mit geballter Kraft auf dieses Ereignis hinzuweisen.”

Obwohl der Antrag noch nicht offiziell eingereicht wurde, gibt es bereits Kritik an den Plänen. Die FDP lehnt eine Sondersitzung ab und schlägt stattdessen eine öffentliche Veranstaltung vor. „Der Rat wäre bei so einer Sitzung ja nur unter sich”, sagte Erich Bolinius, Fraktionsvorsitzender der Emder Liberalen. „Wir wollen aber, dass sich alle Bürger beteiligen können.”

Andrea Marsal von den Grünen kann diese Position nicht nachvollziehen: „Ich finde das nicht angemessen. Es ist ein politisches Thema, und mit einer offiziellen Ratssitzung ehren wir dieses besondere Ereignis.” Marsal geht außerdem davon aus, dass es ohnehin im kommenden Jahr öffentliche Veranstaltungen zum Jubiläum des Frauenwahlrechts geben wird. 


Emder Zeitung vom Freitag, 11. August 2017, Seite 3

 

         


Kommentar

Kornelia Soika
Kornelia
Sojka

Im großen Stil feiern

Thema: Sondersitzung Weltfrauentag

Vier Emder Ratsfrauen verschiedener Fraktionen haben anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Frauenwahlrechts gemeinsam beantragt, eine Sonder-Ratssitzung am internationalen Weltfrauentag, am 8. März 2018, einzuberufen (Seite 3).

Dass sich diese Sondersitzung thematisch mit dem Frauenwahlrecht, aber auch mit der Situation von Frauen und Mädchen in Emden beschäftigt, ist naheliegend. Grundsätzlich ist eine Würdigung des 100-jährigen Frauenwahlrechts zu begrüßen.
Eine Sonder-Ratssitzung dazu scheint aber keine so glückliche Wahl zu sein. Die FDP lehnt den Antrag bereits ab.

Auch wenn es eine öffentliche Sitzung ist, die Teilnahme eines großeren Publikums ist schon rein räumlich ausgeschlossen. Wenn den Verantwortlichen das Thema so wichtig ist, warum wählen sie dann diesen kleinen Rahmen? Beim Blick auf Gleichstellung und Gleichberechtigung ist längst noch nicht alles gut. Auf dieses Defizit hinzuweisen, einmal mehr für dieses Thema zu sensibilisieren, das wäre eine Sonder-Veranstaltung im großen Stil wert. Das Jubiläum verdient größtmögliche Aufmerksamkeit.


Emder Zeitung vom Freitag, 11. August 2017, Seite 14 (1 View)

 



Emder Rat soll am Weltfrauentag tagen


POLITIK Ratsfrauen wollen in einem Antrag eine Sondersitzung zum Thema Gleichberechtigung fordern

Zum Anlass nimmt die Initiatorin Andrea Marsal das 100-jährige Bestehen des Frauenwahlrechts in Deutschland. Gegenwind erhält der Vorschlag von der FDP-Fraktion.

VON MARTIN ALBERTS

EMDEN - Am 8. März kommenden Jahres soll sich der Emder Rat während einer Sondersitzung mit Themen beschäftigen, die speziell Frauen und  Mädchen betreffen – passend zum Internationalen Weltfrauentag, der seit mehr als 100 Jahren an diesem Datum ist. Diese Forderung wollen Ratsfrauen aus mehreren Fraktionen in einem gemeinsamen Antrag stellen. Nicht einverstanden mit dem Vorschlag zeigt sich die FDP-Fraktion, die bereits angekündigt hat, den noch nicht offiziell eingereichten Antrag ablehnen zu wollen.
Anlass für die Sitzung solle die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland sein, die sich 2018 zum 100. Mal jährt, sagt Andrea Marsal (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist die Initiatorin des Antrags, der derzeit noch von den Fraktionen beraten wird. Dem Frauenwahlrecht solle sich auch der  Hauptvortrag während der Ratssitzung widmen. Der Internationale Frauentag sei zudem „ein Grund, einmal zu sagen, was Frauen erreicht haben“,
sagt Andrea Risius (CDU), die den Antrag nach eigenen Worten unterstützt.
Während der Sitzung solle die Emder Gleichstellungsbeauftragte Okka Fekken, die auch in die Vorbereitung mit eingebunden werden könne, zu den Chancen referieren, die Emder Mädchen haben. Auf der Tagesordnung könnten zudem etwa Berichte des Frauenhauses sowie zur Situation von weiblichen Führungskräften in Emder Unternehmen stehen. Auch die Ehrung von Emder Frauen ist im Antrag für die Sitzung vorgesehen.
Gegen die Idee für eine Sondersitzung des Rates am Weltfrauentag spricht sich die FDP-Fraktion aus: Die Liberalen schlagen stattdessen eine öffentliche Veranstaltung – etwa im Forum der Volkshochschule (VHS) – an diesem Termin vor. Dann könnten sich an der Diskussion alle beteiligen, was
während einer Ratssitzung nicht möglich sei, so der FDP-Fraktionschef Erich Bolinius. Sollte der Antrag im Rat eine Mehrheit finden, werde die FDP aber natürlich dennoch an der Sitzung teilnehmen.
Marsal sieht die Diskussion um die Situation von Frauen in Emden im Rat hingegen am richtigen Platz: „Das Frauenwahlrecht ist ein politisches Thema“, sagt die Grünen-Ratsfrau. Zudem sollen laut ihr während der Sondersitzung „richtige Ratsthemen“ auf der Tagesordnung stehen. Weitere  Veranstaltungen zum Weltfrauentag und zum 100-jährigen Bestehen des Frauenwahlrechts seien ihr aber natürlich dennoch willkommen. „Die kann
die FDP noch zusätzlich machen“, sagt Marsal.
Andrea Risius habe für sich beschlossen, dass sie den Antrag unterstützen könne, nachdem Andrea Marsal mit der Idee an sie herangetreten sei: „Frauen in der Politik – das ist immer ein Thema“, sagt Risius. Eine Sondersitzung zum Weltfrauentag biete in diesem Zusammenhang womöglich die
Chance, mehr Mädchen und Frauen dazu zu bewegen, sich im politischen Betrieb zu engagieren.

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Eine große Ansammlung von Damenschuhen – mit dieser Protestaktion in Frankfurt am Main machte die Menschenrechts-Organisation Amnesty International zum Weltfrauentag im Jahr 2014 auf die weltweite Diskriminierung von Frauen aufmerksam. DPA-ARCHIVBILD: FRANK RUMPENHORST



OZ-KOMMENTAR

Diskussion um Sondersitzung

DER RICHTIGE ORT

Martin Alberts OZ
VON MARTIN ALBERTS
Noch bevor der entsprechende Antrag überhaupt offiziell
gestellt worden ist, wird in Emden bereits über
eine mögliche Sondersitzung des Rates am Internationalen
Weltfrauentag diskutiert. Dass die Geschichte des
Frauenwahlrechts und das Thema Gleichberechtigung
auf die politische Bühne gehören, sollte selbstverständlich
sein. Aber ist dafür auch eine Sondersitzung des Rates
notwendig?
Die Antwort muss lauten: Ja. Wenn über die Rolle von
Frauen in Politik und Gesellschaft diskutiert wird, fühlen
sich zwar vor allem die angesprochen, die es in erster Linie
betrifft – die Frauen. Doch Gleichberechtigung ist ein
Thema, für das sich alle Bürger einsetzen müssen – egal,
ob weiblich oder männlich. Der Rat ist als Vertretung aller
Emder Bürger deshalb genau der richtige Ort für diese
Diskussion – nicht nur, aber gerade am Weltfrauentag.
@ Den Autor erreichen Sie unter m.alberts@zgo.de#
OSTFRIESEN-ZEITUNG, SEITE 17, DONNERSTAG, DEN 10. AUGUST 2017