Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

25.09.2017 von Freddy Narewski

FDP zurückgekehrt


MONTAG, DEN 25. SEPTEMBER 2017 EMDEN/AURICH  OSTFRIESEN-ZEITUNG, SEITE 22

Bei der FDP-Wahlparty in Emden bricht trotz des eigenen guten Ergebnisses kein Jubel aus
Uwe Reiner Ewen holt als Direktkandidat der Liberalen 4,93  Prozent der Stimmen.Zwischen Freude über den Wiedereinzug und ungläubigem Staunen
VON GORDON PÄSCHEL
EMDEN/AURICH - Das Ergebnis der Liberalen auf Bundesebene erreichte die Vorsitzende des FDP-Bezirks Ems- Jade, Hillgriet Eilers, mit Verspätung. Sie hatte sich mit den Spitzen aus dem Emder Kreisverband und der Stadtratsfraktion in einem Lokal verabredet, um dort die erste Hochrechnung zu erfahren. Und dann das: Als alle TVSender um 18 Uhr die Zahlen veröffentlichten, streikte – vorübergehend – der einzige Fernseher im Raum.
Als sich schließlich rumgesprochen hatte, dass die FDP nach vierjähriger Abwesenheit den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft hatte, brandete kein Jubel auf. Im Gegenteil: Die dramatischen Verluste bei der Union, das historisch schlechte Ergebnis der SPD und der zweistellige Triumph der AfD drückten die Stimmung.„Das trübt die Freude“, entfuhr es Eilers.
Als erstes gab sich der Vorsitzende des Kreisverbandes Emden, Franz Melles, einen Ruck und kommentierte das Abschneiden der eigenen Partei: „Das muss der Maßstab für die Landtagswahl sein“, sagte er. Neben ihm stand Eilers, die am 15. Oktober im Wahlkreis Emden/Norden als Direktkandidatin antritt. Sie hofft, dass sie vom Aufschwung profitieren kann.
Dem 75-jährigen Erich Bolinius, der für die FDP viele Wahlkämpfe bestritten hat, hing das Abschneiden der AfD lange nach: „Dass das in Deutschland möglich ist“,  sagte er kopfschüttelnd. Als feststand, dass bald die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, FDP und Grünen beginnen werden, ging es Bolinius nicht besser: Das wird schwierig“, unkte er.

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Uwe Reiner Ewen schnupperte im Auricher Kreishaus noch keine Berliner Luft. Die Flasche mit dem
Pfefferminzlikör blieb verschlossen. BILD: ORTGIES

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Uwe Reiner Ewen, der sich nach einer Landtagskandidatur in den 90er Jahren nun zum ersten Mal für den Bundestag hatte aufstellen lassen, noch im Kreishaus in Aurich. Er sei „zufrieden“, sagte er über das eigene Ergebnis. Im Wissen, dass es gegen den Sozialdemokraten Johann Saathoff in der SPD-Hochburg nahezu unmöglich werden würden, den Sprung direkt zu schaffen, hielt er die Landesliste im Auge. Dort stand er auf Rang zehn – und hält sich als einer der ersten möglichen Nachrücker bereit.