Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

23.01.2018 von Freddy Narewski

Behindertengerechte Bushaltestellen in Emden


FDP-Fraktion
ebolinius

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

 

Emden, den 23.1.2018

 

An den

Vorstand der Stadt Emden

 

Bushaltestelle Jarßum

Hier: Behindertengerechte Bushaltestellen in Emden

 

Sehr geehrte Herren,

aus der EZ (siehe untenstehend) erfuhr ich, dass die Bushaltestelle „Jarßumer Warf“ nicht behindertengerecht ist. Insgesamt sollen 8 Haltestellen saniert werden, sind da auch welche dabei, die bereits behindertengerecht sind. Wenn ja, dann meine ich, sollten erst die Haltestellen saniert werden, die nicht behindertengerecht sind - darunter dann auch die Halstestelle in Jarßum.

Sollte es notwendig sein, einen Änderungsantrag zu der Sanierung der 8 Haltestellen zu stellen, dann bitte ich um Nachricht. Ansonsten bitte ich den Punkt „behindertengerechte Bushaltestellen“ auf die TO des zuständigen Ausschusses zu setzen.

Mit hartelk Gröten

Erich Bolinius


 

Gehbehinderter muss Taxi fahren

Mit dem Rollstuhl ist vor dem Bus in Jarßum Schluss

Emden. Wer in Jarßum mit dem Bus in die Innenstadt fahren will, der muss Hürden überwinden. Die Bushaltestelle „Jarßum Warf” an der Leeraner Straße ist nicht behindertengerecht, beklagt Anwohner Detlef Oltrop. Der 41-Jährige ist auf den Rollstuhl angewiesen und kann den öffentlichen Personennahverkehr nur mit fremder Hilfe nutzen.

Die Haltestelle ist ebenerdig zur Fahrbahn und besitzt kein Plateau für die wartenden Fahrgäste. Zwar können die Busse den Einstieg etwas absenken, doch Oltrop gelingt es nicht, in den Bus zu fahren. „Meine Frau kann den Rollstuhl kaum heben, ohne fremde Hilfe komme ich nicht in den Bus”, sagt Oltrop. Für notwendige Erledigungen muss er auf das Taxi ausweichen.

Es ist aber nicht nur die fehlende Einstiegshilfe, die für Unmut sorgt. „Der allgemeine Zustand ist so nicht hinnehmbar”, ärgert sich Oltrop. Bei Regen sammelt sich das Wasser im Wartebereich der Haltestelle und bildet rings um die beiden Sitzplätze eine große Pfütze. Das Wasser läuft von der asphaltierten Haltestelle direkt in den Unterstand. Oltrop: „Trockenen Fußes kommt da niemand in den Bus.” Größere Schlaglöcher und eine fehlende Zuwegung machen die Fahrt zur Haltestelle für Oltrop nicht ungefährlich. Vom Radweg geht es über den aufgeweichten Grünstreifen auf die Leeraner Straße und hinüber zur Haltestelle. Auch eine Dachplatte des Unterstands hat sich gelöst. Der Wind hebt sie an und lässt sie wieder auf den Stahlrahmen fallen. „Hier will man nicht auf den Bus warten, bis das Ding von oben kommt”, beklagt Oltrop.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite Richtung Petkum sieht das anders aus. Der Wartebereich ist plateaumäßig ausgebaut und ermöglicht einen ebenerdigen sowie trockenen Einstieg. Eine derartige Umgestaltung wünscht sich der Jarßumer auch für die Haltestelle Richtung Innenstadt.

Doch eine Grundsanierung für die Haltestelle ist derzeit nicht vorgesehen, wie Michael Bernhardt von der Stadt Emden auf Anfrage der Emder Zeitung mitteilte. „Die Bushaltestelle Jarßum Warf gehört nicht zu den acht ausgewählten Haltstellen, die in diesem Jahr grundsaniert werden”, teilte Bernhardt mit. Die Fördergelder für die Sanierung sind nur für acht Haltestellen pro Jahr abrufbar. Die Sanierung der Haltestellen wird mit 110 000 Euro vom Landesförderprogramm 2018 bezuschusst (wir berichteten). Bernhardt: „Wir müssen da priorisieren und die tatsächliche Frequenz der einzelnen Haltestellen im Stadtgebiet beachten.” Zu geringe Schülerzahlen und die ebenfalls zu wenigen übrigen Fahrgäste sorgen dafür, dass die kleine Haltestelle in Jarßum nicht im Sanierungsplan auftaucht. Ob die Haltestelle im kommenden Jahr angefasst wird, liegt in den Händen der Politik, sagte Bernhardt.

Um kurzfristig die Situation zu entschärfen, will sich die Stadt zusammen mit dem Bau- und Entsorgungsbetrieb den Zustand der Haltestelle anschauen und nach Lösungen suchen. Vor rund zwei Wochen wurde ein Abfluss gegraben, um das Stauwasser abzuleiten. „Das wirkt wie ein Provisorium”, so Oltrop. Ohne bauliche Veränderungen ist die Haltestelle für Detlef Oltrop auch weiterhin nicht nutzbar. Er muss weiter teuer Taxi fahren.


Emder Zeitung vom Dienstag, 23. Januar 2018, Seite 5