Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

26.01.2018 von Freddy Narewski

EZ-Bericht über das Petkumer Baugebiet


Von Marten Klose s 0 49 21 / 89 00-431

Emden. Die Freude über zwei neue Baugebiete in Petkum ist groß, doch der Verlauf der geplanten Baustraße bereitet vielen Anwohnern erhebliche Bauchschmerzen. Denn anders als ursprünglich vorgesehen, soll die provisorische Straße nun doch nicht durch das Baufeld selbst, sondern über die Straße „Zum Bind” zum bindgeführt werden. Dafür könnte die Straße in den Sommerferien eigens ausgebaut werden. Das sorgte für Zündstoff auf einer Bürgerversammlung am Mittwochabend im Petkumer Sportheim. Dazu eingeladen hatte der FDP-Fraktionschef Erich Bolinius, der selbst Anwohner ist.  Wie berichtet, sollen unabhängig voneinander zwei Baugebiete entstehen: Ein 4,7 Hektar großes Areal am Petkumer Sieltief mit drei jeweils acht Meter breiten Stichkanälen. Dieses Gebiet wird von der Norder Tell Bau GmbH erschlossen und von Makler Walter Mielke vermarktet. Für die Projektierung ist das Oldenburger Büro Antharsis verantwortlich.

Das andere Grundstück befindet sich zwischen Blumenstraße und Ems-Seitenkanal. Hier hat das Emder Unternehmen van der Linde die Projektierung übernommen.ezgrafik baugebiet petkumBeide Baugebiete sind auf eine solide Baustraße angewiesen, erläuterte Antharsis-Projektmanager Detlef Hagen den rund 50 Petkumern. Mehr noch: Wenn die Frage der Baustraße nicht vorab geklärt wird, sehe es mit neuem Bauland in Petkum schlecht aus. Der alte Plan, die schweren Baufahrzeuge während der Erschließungsphase von der
Leeraner Straße links am verlassenen Weerda'schen Hof vorbeizuführen, lasse sich nun
doch nicht realisieren.

Knackpunkt sind die Stichkanäle

Hauptgrund dafür seien die drei Stichkanäle, für die dann eigens eine kostspielige Querung gebaut werden müsste. Die Wasserflächen erst nachträglich zu baggern, sei nicht möglich, sagte Hagen.

Folglich bleibe nur noch die Straße „Zum Bind”, sagte Hagen, schob aber gleichzeitig nach: „Die Straße wird dem Verkehr nicht standhalten.” Deshalb wollen die beiden Investoren die Straße „Zum Bind” auf eigene Kosten ertüchtigen. Das bedeutet, die Fahrbahn wird zunächst 80 Zentimeter tief ausgekoffert, erhält später eine Asphaltdecke und - das ist neu - auf der Westseite einen Gehweg. Insgesamt wird die Straße so breiter. Möglich werde das, so Stadtbaurat Andreas Docter, weil die Parzellen der Stadt gehören. Für die Anwohner bedeutet dies, dass womöglich die Schlote verlegt und sie auf ein Teil ihrer bislang stillschweigend genutzten städtischen Flächen verzichten müssten. Die Aussicht, dass die Bautransporte dann direkt vor ihren Fenstern vorbeifahren könnten, erzürnte so manchen Petkumer. Zeitweilig ging es hoch her. Es wurde darüber debattiert, ob das offenbar teure Baugebiet tatsächlich vornehmlich der Ansiedlung junger Familien dient und nicht etwa ein Luxus-Ressort wird. Ein Anlieger sagte sogar, der Rat sei getäuscht worden und man habe „falsche Tatsachen vorgetäuscht”. Schließlich habe die Politik zum bind2grünes Licht für die Bauvorhaben gegeben, als es noch hieß, dass Bagger und Laster durch das Baufeld geleitet werden. Das wiederum hätte sowieso nur für einen kurzen Zeitraum, nämlich die sechsmonatige Erschließungsphase, gegolten, merkte Makler Mielke an. Denn wenn die Grundstücke erst einmal verkauft sind, würde wohl kein Bauherr gestatten, dass die Baufahrzeuge womöglich über Jahre seinen Grund und Boden queren. Van der Linde-Geschäftsführer Udo Fuhrmann sagte, die Frage der Baustraße entscheide letztlich, ob das von seiner Firma projektierte Baugebiet Realität wird oder nicht. Nimmt man das Meinungsbild von Mittwoch zum Maßstab, könnte es damit schlecht aussehen. Fast alle der 50 Petkumer wollen keine Baufahrzeuge in der Straße „Zum Bind” sehen. Das haben sie per Handzeichen deutlich gemacht. Doch der Ball liegt nun erst einmal beim Rat. Letztlich müssen die Fraktionen entscheiden, wie es weitergehen soll.

adocter 

  Stadtbaurat Andreas Docter:
  „Wenn die Politik das nicht mitmacht,
  können die Leute ihre Arbeit einstellen.”


Emder Zeitung vom Freitag, 26. Januar 2018, Seite 3