Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

29.01.2018 von Freddy Narewski

FDP-Anfrage wegen Vortrag über Klinikverbund in Aurich


FDP-Fraktion
ebolinius

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

 

Emden, den 29.1.2018

 

An die

Stadt Emden z. Hd.

Herrn Oberbürgermeister Bernd Bornemann

 

 

Klinikverbund

Vortrag von Herrn Cristian Lanz in Aurich

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

lieber Bernd,

Herr Christian Lanz hat auf einer Versammlung in Aurich einen Vortrag über die Sanierung der Kliniken in Norden, Aurich und Emden gehalten. (Auszug aus der heutigen Berichterstattung siehe unten, OZ, EZ-Bericht ähnlich)

Für unsere Fraktion hat Friedrich Busch teilgenommen.

In unserer gestrigen Klausurtagung mit Herrn Jahnke haben wir anhand der uns vorliegenden Folien, die Herr Lanz in Aurich gezeigt hat, auch über diesen Vortrag diskutiert.

Ich bitte hiermit namens der FDP-Fraktion von Ihnen als Oberbürgermeister der Stadt Emden und als Aufsichtsratsvorsitzender der Trägergesellschaft um eine Stellungnahme zu den Vorschlägen. Diesen Wunsch haben wir Herrn Jahnke nach Abschluss unserer Tagung schon mündlich mit auf den Weg gegeben.

Wir hoffen auf eine zeitnahe Stellungnahme.

Mit hartelk Gröten

Erich Bolinius

 


Ostfriesen- Zeitung, Montag, 29. Januar 2018 Seite 12 Emden

Sanierer sieht Chance für Norder Klinik

Krankenhäuser

Von Marion Luppen

Gesundheit Qualitätsmanager Christian Lanz plädiert für den Erhalt aller drei Krankenhaus-Standorte

Der Referent war auf Einladung der Kreistagsgruppe AKSB nach Aurich gekommen. Nun soll er in den Kreistag eingeladen werden.

Aurich - Die drei Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden können erhalten bleiben und schwarze Zahlen schreiben. Diese Behauptung hat der Klinik-Sanierer Christian Lanz aufgestellt – zum wiederholten Mal. Der Mann aus Geldern (Nordrhein-Westfalen) war am Freitagabend auf Einladung der Kreistagsgruppe AKSB nach Aurich gekommen, um eine Alternative zum Konzept der Klinik-Geschäftsführer Claus Eppmann und Dr. Astrid Gesang aufzuzeigen. Eppmann und Gesang hatten vorgeschlagen, den Standort Norden spätestens 2026 zu schließen.
Lanz oz LuppenLanz hält das für unnötig. Auch kleine Krankenhäuser könnten wirtschaftlich arbeiten, sagte der Experte vor 20  Mitgliedern des Auricher Kreistags und des Emder Rats. Viele Stuhlreihen im Saal des Hotels Köhlers Forsthaus waren leer geblieben. Nur etwa ein Fünftel der Politiker war der Einladung gefolgt. Es waren jedoch fast alle Fraktionen des Kreistags vertreten.

Mit ihrer Einladung hatte die AKSB-Gruppe den Eindruck erweckt, es werde sich ein neuer möglicher Geschäftsführer der Kliniken vorstellen. Dies wies Lanz jedoch weit von sich. Er sei nicht auf Jobsuche, betonte der Fachmann, der nicht zum ersten Mal in Aurich auftrat. Im vergangenen Juni hatte er auf Einladung des Aktionsbündnisses für den Erhalt der wohnortnahen Krankenhäuser in der Stadthalle mit Klinik-Chef Eppmann diskutiert. Damals war es um die geplante Zentralklinik in Georgsheil gegangen – wenige Tage, bevor das Projekt durch einen Bürgerentscheid zu Fall gebracht wurde.

Schon damals hatte Lanz behauptet, man könne die drei bestehenden Krankenhäuser sehr wohl wirtschaftlich führen. Diese Behauptung wiederholte er am Freitag. Er empfahl einen Verbund mit drei Standorten. „Ich habe bis jetzt noch jedes Krankenhaus in die schwarzen Zahlen gebracht“, sagte Lanz, der sich nach eigenen Angaben seit fast 30  Jahren mit Qualitätsmanagement in Kliniken befasst. Derzeit arbeitet er als Pflegedirektor am Evangelischen Bethesda-Krankenhaus Duisburg.
                                                                                                                                                                                     Christian Lanz              Bild: Luppen  Ein umfassendes Sanierungskonzept könne man innerhalb von acht bis zwölf Wochen erstellen, sagte Lanz. Dies sei „keine Hexerei“ – ein Seitenhieb gegen Eppmann und Gesang, die sieben Monate nach dem Bürgerentscheid noch kein Konzept vorgelegt haben, sondern nur ein Eckpunktepapier. Dieses Papier sei viel zu allgemein gehalten, kritisierte Lanz. Es fehle eine klare Begründung dafür, dass die stationäre Versorgung in Norden aufgegeben werden soll.

Der AKSB-Fraktionsvorsitzende Franz Constant sagte zum Abschied: „Jeder, der heute hier war, hat gemerkt: Es gibt noch etwas anderes.“ Die drei Klinikstandorte könnten erhalten werden. „Tragt das in eure Fraktionen!“ Der Kreistagsabgeordnete Hayo Moroni (Freie Wähler) regte an, Lanz zu einem Vortrag in eine Kreistagssitzung einzuladen. Dazu sei er bereit, sagte der Fachmann. „Ich komme gerne nach Ostfriesland.“

Der Landkreis Aurich und die Stadt Emden wollten eine Zentralklinik in Georgsheil bauen. Dafür sollten die Krankenhäuser in Aurich, Norden und Emden geschlossen werden. Dies wurde 2017 durch einen Bürgerentscheid verhindert. In Emden stimmte die Mehrheit für den Erhalt des Klinikums und damit gegen die Zentralklinik. Derzeit arbeiten die Ubbo-Emmius-Klinik Aurich/Norden und das Klinikum Emden als Verbund zusammen. Ob das so bleibt, ist offen.

Die Geschäftsführung der bestehenden Kliniken hat am 18. Januar dem Emder Rat und dem Auricher Kreistag Eckpunkte zur Zukunft der Kliniken vorgestellt. Das Eckpunktepapier kann unter www.anevita.de heruntergeladen werden.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ostfriesen- Zeitung Montag, 29. Januar 2018 Seite 12 Emden
Kommentar

Sanierung ist ein „hartes Geschäft“

Christian Lanz zeigte mögliche Wege auf. Er ging aber nicht ins Detail.

Aurich / LU - Wie genau kann man es schaffen, die Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) Aurich/Norden und das Klinikum Emden in die Gewinnzone zu führen? Der Krankenhaus-Sanierer Christian Lanz nannte am Freitagabend keine Erfolgsformel, er zeigte nur allgemeine Möglichkeiten auf. Dazu zählen nach seinen Angaben eine Privatisierung, ein Planinsolvenzverfahren und eine Sanierung in Eigenverantwortung. Auf jeden Fall müsse Personal abgebaut werden. Viel Personal bedeute nicht automatisch gute Leistungen, betonte er. Es komme auf die Arbeitsabläufe an.

Der Referent sagte aber auch Dinge, die Claus Eppmann, Geschäftsführer der UEK und des Klinikums Emden, sofort unterschreiben würde: „Eine Sanierung ist ein hartes Geschäft.“ Die Geschäftsführung müsse viele unschöne Entscheidungen treffen und brauche die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats.

Lanz kritisierte die Tatsache, dass die hohen Verluste der bestehenden Krankenhäuser seit Jahren vom Landkreis Aurich und der Stadt Emden ausgeglichen werden. Dadurch fehle der nötige Druck, den man für die Sanierung brauche. Es müsse ein klares Ziel definiert werden, wie viel Geld in welcher Zeit einzusparen sei. Daran müsse sich der Sanierer messen lassen. Die Bildung medizinischer Zentren – wie sie von der bestehenden Klinik-Geschäftsführung geplant ist – hält Lanz durchaus für sinnvoll. Dies könne man aber auch an drei Standorten tun, dafür müsse man nicht die Norder Klinik schließen.