Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

09.02.2018 von Freddy Narewski

Trogstreckensanierung muss weiter warten

 

Verkehr Im Haushalt sind für neue Straßenprojekte nur 350  000 Euro eingeplant

Die Stadt Emden will und muss nach eigenem Bekunden sparen. Das Beispiel der maroden Unterführung zeigt, wie frustrierend es sein kann.

Emden / GO - Erich Bolinius versuchte es noch einmal – vergeblich. Ganz vorsichtig setzte der Emder FDP-Fraktionsvorsitzende an, schlug vor,
zumindest kosmetisch zu retten, was nicht mehr zu retten ist: Ob es nicht möglich sei, wenigstens die Oberfläche zu flicken, wollte er im Finanzausschuss des Rates wissen. Es ging um die Trogstrecke – eine Schlagader im Emder Straßennetz. Sie ist zerfressen von Schäden. Die Antwort kam ausgerechnet von einem Ratskollegen, und sie fiel barsch aus: „Dieses Fass machen wir hier nicht auf“, sagte Helmut Bongartz. „Im Moment geht da nichts mtrog oz päschelehr“, stellte der CDU-Chef klar.

Die Trogstrecke ist ein gutes Sinnbild für die Gesamtsituation: Emden muss sparen – und das hat seinen Preis. Gerade der schlechte Zustand einiger Straßen zerrt bei vielen an den Nerven. „Ich wüsste auf Anhieb, wo wir über fünf Millionen Euro in die Straßen stecken können“, sagte Hans-Dieter Haase (SPD) am Montag während der Diskussion im Finanzausschuss. Im neuesten Investitionsplan sind allerdings neben bereits beschlossen Projekten nur 350  000 Euro für dieses Jahr vorgesehen. Der Trog, dessen Sanierung alle Fraktionen wollen, ist nicht berücksichtigt. Das auf vier Millionen Euro geschätzte Vorhaben ist in eine ungewisse Zukunft verschoben. Jochen Eichhorn (GfE) schwant, dass das auf Dauer Ärger gibt: „Das Thema Straßen wird uns noch richtig auf die Füße fallen“, sagte der Fraktionsvorsitzende.
Weil nicht abzusehen ist, wie viel Gewerbesteuer die Stadt einnimmt, kalkuliert die Verwaltung für den Straßenbau weiter verhalten. Auch für das nächste Jahr sind nur 400  000 Euro für neue Projekte veranschlagt. Niemand wisse, wie sich der Volkswagen-Konzern als Hauptsteuerzahler entwickele, sagte Emdens Kämmerer Horst Jahnke. Das Unternehmen erlebe „enorme Umstrukturierungen“. Prognosen zu den Steuereinnahmen seien daher „gewagt“.
Archivbild: Gordon Päschel