Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

10.03.2017 von Freddy Narewski

Fragen zum Wall...was lange währt...

Emden, den 28. August 2016

FDP-Fraktion

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

Emden, den 28.8.2016

An den

Vorstand der Stadt Emden

Fragen zum Emder Wall

Sehr geehrte Herren,

am 27.8.2016 veröffentliche die Emder Zeitung eine Beilage „EMDENS GRÜNE UMARMUNG“. Eine, so finde ich, sehr schöne, interessante und lesenswerte Beilage.

Die Redakteure Jens Voitel, Marten Klose und Ina Wagner haben sich auf den Weg gemacht und jeden Zwinger „unter die Lupe“ genommen. Insgesamt fällt nach meiner Meinung die Beurteilung positiv aus. Allerdings weisen die Redakteure auf einige kritische Punkte hin, die ich gut nachvollziehen kann.

Diese Kritikpunkte habe ich nachstehend aufgeführt und die Texte aus der Beilage wortgetreu übernommen.

Ich bitte Sie, zu den nachfolgenden Punkten Stellung zu beziehen

1.Bänke auf dem Wall - werden wieder welche aufgestellt? Wenn nicht, was ist der Grund?

„EZ: Schwer zu sagen. Aber guckt mal. Die Bank ist zwar neu gestrichen, aber wirklich einladend sieht sie nicht aus.

Immerhin gibt es hier noch 'ne Bank. An anderen Stellen des Walls steht gar keine mehr. Ich

erinnere mich, dass die Bänke noch vor einigen Jahren über Winter eingesammelt und saniert wurden. Im Frühjahr kamen sie zurück auf den Wall.“

2.Brücke über das Hinter Tief – wann wird saniert?

„EZ: Die Brücke über das Hinter Tief hat auch schon bessere Tage gesehen. Schaut mal,

da ist die alte Brüstung mit einem Holzgatter abgesichert worden.

Aber dieses Gatter ist auch schon wieder völlig hinüber. Da wird man irgendwann

wohl mal grundlegend ran müssen. Die ganze Sache sieht wirklich sehr ruinös aus.

Man hat offenbar auch schon mal versucht, die Brüstung zu flicken. Das sind ganz andere

Steinformate, die man da verwendet hat.“

3.Brüstung der Piepe über das Doeletief - wird etwas unternommen?

„EZ: Das erinnert mich an die Brüstung der Piepe über das Doeletief bei der Roten Mühle. Das ist auch so ein Stück Vergangenheit, das anscheinend vergessen wird. Das Tief ist längst verfüllt worden, von der Brücke sieht man kaum noch etwas, denn die steckt mitten im Wallkörper drin. Aber ein bisschen Brüstung ist noch da. Auch die ist in schlimmem Zustand. Irgendwie finde ich das alles sehr schade!“

4.Blaues Denkmal im Wallvorland – wird es wieder gepflegt?

„EZ: Das erste, was einem hier ins Auge fällt, ist das ungepflegte blaue Denkmal im Wallvorland. Es stammt wohl von den Auszubildenden der Nordseewerke. Von wann es ist, weiß ich nicht. Aber man kann so etwas doch nicht aufstellen und dann derart verkommen lassen. Abgesehen

von den Schmierereien ist es auch ziemlich verbogen.

Das Denkmal, da erinnere ich mich ganz genau, weil ich bei der Vorstellung dabei war, ist

von 1995 und wurde anlässlich des doppelten Emder Stadtjubiläums gebaut. Und es stimmt.

Es sieht ziemlich angegriffen und schmuddelig aus. Hier war ja immer 'ne ganze Menge los

auf dem Zwinger - ist heute ja noch so, wenn man sich hier mal umschaut.“

5.Denkmal für Gefallene– kann man die Namen im Stein nicht nacharbeiten?

„EZ: Und dann steht oben am Hauptweg auch noch das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Auf jeden Fall sind das Denkmal und die damit verbundene Erinnerung nicht vergessen.

Denn an jedem Volkstrauertag wird dort ein Kranz niedergelegt. Das ist doch ein tröstlicher

Gedanke. Allerdings finde ich das Denkmal ziemlich verhunzt. Anstatt die Namen im Stein nachzuarbeiten, hat man eine Plexiglasscheibe mit den eingeprägten Namen davor installiert. Das ist wirklich stillos und vom Belang des Denkmalschutzes her gesehen äußerst fragwürdig“

6.Kann ein Hinweisschild mit Namen des Künstlers angebracht werden?

„EZ: Hier sollten wir mal einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Was soll hier denn Besonderes

sein? Ich sehe nur ein Technik-Häuschen. Das ist gar nicht so uninteressant. Aber man muss schon genau hinschauen. Kleiner Tipp: Es befindet sich oben.

Jetzt sehe ich es auch: Das ist ja Kunst! Stimmt genau. Ein echter Hingucker. Ich weiß, dass es von dem Künstler Ricardo Fuhrmann ist. Da hört es aber auch schon auf. Eigentlich schade. Hier gehört ein Hinweisschild hin. Da herrscht Nachholbedarf.“

7.Beutel für Hundehaufen anbieten?

„EZ: Heute würde ich die Wiesen auf dem Wall gar nicht mehr betreten. Überall Tretminen.

Da spricht die Anti-Hunde-Fraktion.

Nein, so kann man das auch nicht sagen. Ich finde nur, dass jeder Hundehalter die

Häuflein seines Tieres aufsammeln kann. Schließlich gibt‘s dafür extra die Beutel und die

entsprechenden Abfalleimer. Dummerweise nicht auf dem Wall.“

8.Totholzhecken anlegen? Gibt es immer weniger Vögel auf dem Wall –außer Krähen?

„EZ: Der Wall sieht in der Tat sehr aufgeräumt aus. Es fehlen Totholzhecken oder abgestorbene Bäume, die Kleintieren als Unterschlupf und Nahrungsquelle dienen.

Ich meine auch, dass es immer weniger Vögel gibt - mal abgesehen von den Krähenvögeln

und ab und an mal ein Specht.“

9.Mülleimer fehlen. Dieser Punkt wurde im Ausschuss schon mehrfach behandelt. Trotzdem bitte ich noch einmal, darüber nachzudenken, welche aufzustellen.

„EZ: Lasst uns noch mal auf die Dinge zurückkommen, die auf dem Wall fehlen. Ich meine,

dass – wie übrigens in der ganzen Stadt – Mülleimer fehlen.

Man sieht ja, dass an den Stellen, an denen man einen Abfallkorb erwarten dürfte, Müll

lose abgelegt wird.

Oder aber, die Mülleimer sind so abgängig, dass es einen ekelt, sich ihnen überhaupt zu nähern. Da müsste wirklich etwas passieren. So eine Schmuddelei ist für ein so repräsentatives Objekt nun wirklich nicht vorzeigbar. Und das im Jubiläumsjahr...“

10.Wie ist Sachstand Weizenmühle?

„EZ: Am Thema Weizenmühle kommt man nicht vorbei.

Wie übrigens an der Weizenmühle selbst auch nicht. Es sieht hier grottig aus.

Das vorläufige Ende der Geschichte: Der Eigentümer sichert - auf Anordnung der

Stadt - gerade noch mal den Stumpf der völlig maroden Mühle, lagert das denkmalgeschützte Oberteil - wieder auf Anordnung - ein, und das war‘s.

Auf dem Schild dort an der Mühle sieht man noch den Plan des Besitzers, übrigens

ein Nachfahre des ehemaligen Müllers. Die Mühle steht dort wieder komplett restauriert,

daneben ist ein Wohnhaus zu sehen, das es ja tatsächlich gibt und links ist ein gläsernes Café

zu erkennen. So sollte es werden. Aber nichts von dem kam.

Und nun geht hier an der Weizenmühle nichts mehr?

Augenscheinlich nicht. 1594 erstmals erwähnt, 1603 umgestaltet, 1703 völlig zerstört und

1711 wieder aufgebaut, 2007 schließlich eingemottet. Das Schicksal der Weizenmühle.

Traurig. Letzteres steht aber nicht auf den Hinweisschildern. Traurig ist es dennoch.

Und die Stadt hat das Thema wohl auch zu den Akten gelegt. Während fast alle Zwinger für das Walljubiläum hergerichtet worden sind, wächst der Weizenmühlen-Zwinger zu.“

Ich bitte höflichst um eine kurzfristige Beantwortung der o. a. Fragen.

Mit hartelk Gröten

Erich Bolinius

Emden, den 08.März 2017

STRASSENBAU
Herr Buß

An
Erich Bolinius
Per E-Mail
Emden, 08.03.2017
Emder Wall,
Ihre Anfrage vom 28.08.2016, meine Nachricht vom 29.08.16
Sehr geehrter Herr Bolinius!
Zwischenzeitlich wurden die einzelnen Fragen Ihrer o.g. Anfrage geprüft, daher möchte ich Ihnen
folgendes mitteilen:
Zu 1: Die Bänke auf dem Wall sollen peu à peu ersetzt bzw. ergänzt werden. Im Betriebsausschuss am
15.11.16 wurde dazu Stellung bezogen. Zwischenzeitlich wurden zwei neue Bänke probehalber beschafft
und aufgestellt.
Zu 2: Eine Stütze des Brückenbauwerks wurde bereits in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde mit
eigenen Mitarbeitern saniert. Leider wurde durch Farbschmierereien eine Wand völlig verunstaltet, so dass
zu überlegen ist, ob die Arbeiten auf der gegenüberliegenden Seite überhaupt fortgeführt werden sollten.
Zu 3: Diese Piepensanierung könnte ein weiteres Projekt auf dem Wall werden. Zurzeit fehlen dafür
personelle Mittel.
Zu 4: Da es sich offenbar um ein künstlerisches Schaffenswerk handelt, wird der BEE hier nicht aktiv.
Zu 5: Bei dem oberen Teil des Denkmals handelt es sich um einen Kalksandstein. Zur Erhaltung und zum
Schutz der eingearbeiteten Namen war die Plexiglasscheibe notwendig. Der untere Teil des Denkmals
wurde aus Granit gearbeitet, da es sich dabei um einen härteren Stein handelt, kann die Inschrift
aufgearbeitet werden. Ein Angebot liegt mittlerweile vor.
Zu 6: Dieser Punkt fällt nicht unter die Zuständigkeit des BEE.
Zu 7: Weitere Hundekotstationen sind weder auf dem Wall noch im Stadtgebiet geplant. Als Hundebesitzer
muss ich so viel Verantwortungsbewusstsein haben, dass ich mich selbst um die Möglichkeit der
Aufnahme der Hinterlassenschaften des Hundes kümmere. In jedem gut sortierten Verbrauchermarkt kann
man Kunststoffbeutel kaufen, die der Sache Hundekot gerecht wird.
Es sind genügend öffentliche Müllgefäße auf dem Wall, um die Hinterlassenschaften zu entsorgen.
Zu 8: Da wo es vertretbar ist werden weiterhin Habitatbäume stehen bleiben und Totholzhecken angelegt.
Zu 9: Hier verhält es sich wie bei den Bänken, vgl. Punkt 1.
Zu 10: Fällt nicht in die Zuständigkeit des BEE.
Mit freundlichen Grüßen
i.A.
gez. Buß