Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

05.10.2017 von Freddy Narewski

Antwort zur Anfrage der FDP wegen verseuchter Möbel in der BBS ll


BBS II; hier: Raumluftbelastung

Am 18.10.16 wird das Gebäudemanagement und der FD Schule und Sport in einem Termin mit der Schulleitung über die Beschwerden zur Geruchsbelästigung in den Räumen 370 und 378 informiert. Der Klassenraum 378 hat einen neuen Linoleumfußboden (Belag und Kleber mit dem Zertifikat Blauer Engel) erhalten. Die Schulleitung erhält die Datenblätter der Hersteller.
Kurz vor den diesjährigen Sommerferien am 13.06. 2017 wurde das GME von der Schulleitung, Herrn Wiegers, angesprochen, dass sich Kolleginnen und Kollegen weiterhin über Gerüche in den Räumen 370 und 378 beklagten.
Darauf wurde gleich zu Beginn der diesjährigen Sommerferien am 27.06. eine 1. Raumluftmessung in den Räumen 370 und 378 von der DEKRA veranlasst.
Im Raum 370 wurden nur 725 μg/m³ Raumluft TVOC-Konzentration gefunden und lagen im unbedenklichen Bereich. Damit erfolgte keine weitere Messung.
Diese 1. Messung im Raum 378 im möblierten Zustand ergab einen Wert von 2.600 μg/m³ VOC, damit wurde der Richtwert II (2.000 μg/m³) überschritten. Der Formaldehyd-Wert lag bei 109 μ/m³ Raumluft. Der Richtwert von Formaldehyd gem. des Umweltbundesamtes und des Bundesinstitutes für Risikobewertung liegt bei 100 μg/m³ Raumluft und liegt damit nur wenig über dem Grenzwert.
Aufgrund ähnlicher Messungen und -ergebnisse in der Vergangenheit wurden bei der folgenden Messung die Möbel aus dem Raum entfernt.
Bei der 2. Messung am 07.08.2017 lag der Wert bei 247 μg/m³ und damit weit unter dem zuvor gemessenen Wert, der Richtwert I wurde in diesem Fall leicht überschritten.
Bei einer aktiven Probenahme wird die Probenahme in der Regel durchgeführt, nachdem der Raum mehr als 8 Stunden lang nicht gelüftet wurde. Diese Messungen repräsentieren somit einen schlechten Lüftungszustand des Raumes („worst case“). (M. Hippelein 2003 – aus der Anlage,). Nach gut übereinstimmenden Studien von Hipplein und Keller et al. liegen Konzentrationen von leichtflüchtigen organischen Verbindungen in Innenräumen in einem Bereich von bis zu ca. 600 -700 μg/m³. Beide Aussagen der Seite 9 als Anlage zum Prüfbericht der DEKRA). Weiter auf Seite 13 der Anlage des Prüfberichtes: Lt. der Empfehlung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes und der Obersten Landesgesundheitsbehörden sollte der Raum deshalb intensiv gelüftet werden. Eine Quellensuche und eine Kontrollmessung unter Nutzungsbedingen sollten umgehend erfolgen sowie geeignete Sanierungs-/Minimierungsmaßnahmen veranlasst werden.
Beurteilung auf Seite 10 des Prüfberichtes vom 7. 8. 2017: Auch wenn die beiden Raumluftmessungen für sich genommen jeweils eine Momentaufnahme darstellen, so lassen sich aus den beiden Untersuchungen folgender Schluss ableiten: In dem beräumten Unterrichtsraum 378 (..) konnten keine der zunächst hohen Konzentrationen an flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen aus der Messung vom 27. 6. 2017 des unberäumten Unterrichtsraumes wiedergefunden werden. Auch sank der Gehalt an Formaldehyd deutlich und liegt in einem normalen Bereich. Unter der Annahme, dass die Messungen nicht durch 2 von außen eingebrachte VOC Quellen beeinflusst wurden, kann aufgrund der Messergebnisse des unberäumten und beräumten Unterrichtsraumes angenommen werden, dass die Kontamination der Raumluft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch das Inventar herbeigeführt wurde.
Es erscheint aber aufgrund der bei der Raumluftmessung vorgefundenen Raumtemperatur und Raumfeuchte notwendig, die Klassenräume entsprechend zu lüften.
Die Möblierung (Tische) im Raum 378 wurde gegen gebrauchte Tische ausgetauscht. Die übrigen 3 Räume, die mit der entsprechenden Möbellieferung im Jahre 2012 ausgestattet worden sind, wurden zunächst bis zum Beginn der Herbstferien durch die Schulleitung gesperrt. Der Hersteller wurde – vertreten durch den zuständigen Gebietsvertreter - am 19.09.2017 in einem Ortstermin über das Ergebnis der Messungen und dem Verdacht der Belastung informiert. Am 29.09.17 nimmt der Hersteller schriftlich Stellung und fügt eine sog. E1-Bescheinigung (Spanplatte) vom 09.01.2013 und einen Prüfbericht vom 18.08.2016 (Angusskanten) bei. Außerdem wird eine Tischplatte der betroffenen Lieferung zur Prüfung im Labor angefordert. Diese wurde am 04.10.19 dem damaligen Auftragnehmer übergeben. Außerdem hat der Schulleiter eine separate Prüfung einer Tischplatte durch die DEKRA beauftragt.
Die betroffenen Räume werden in der nächsten Woche zunächst übergangsweise mit gebrauchten Möbeln aus anderen Schulen ausgestattet. Damit können die Unterrichtsräume nach den Herbstferien wieder genutzt werden.
Weitere Entscheidungen bzgl. der Schulmöbel werden getroffen, sobald die Ergebnisse der Laborprüfungen vorliegen.
Mittlerweile wurden Raumluftmessungen in drei weiteren Räumen der BBS II beauftragt, in denen ebenfalls Geruchsbelästigungen beklagt worden sind. Diese könne aufgrund der Auslastung des Prüflabors am 17.10.2017 durchgeführt werden.

Emden, den 5. 10. 2017

Gez. Fischer-Joost
Gez. T. Buß, FDL 640