Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
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in der Seehafenstadt Emden

09.02.2018 von Freddy Narewski

Ostfriesische Beiräte treffen sich erstmals in Emden


Ostfriesen Zeitung, Mittwoch, 7. Februar 2018, Seite 20, Emden

Von Martin Alberts

Gesellschaft Die Vertreter der Senioren sowie der Menschen mit Behinderung wollen sich in der Region breiter aufstellen

Gemeinsam könne man die Kommunen besser in die Verantwortung nehmen, sagen die Organisatoren. Diskutiert werden soll über Altersarmut, bezahlbaren Wohnraum und den Ärztemangel.
- Am Freitag gibt es in Emden eine Premiere: Erstmals setzen sich Vertreter von Beiräten für Senioren sowie für Menschen mit Behinderung aus ganz Ostfriesland zusammen, um über ihre Anliegen zu diskutieren. „Wir holen die Vorstände zusammen“, sagt Friedrich Narewski, Vorsitzender des Emder Seniorenbeirates und damit Gastgeber des Treffens.

Es gehe darum, gemeinsam die Lebenssituation von Betroffenen zu verbessern. Hierfür müsse allerdings zunächst geklärt werden, wie die Beiräte die Verwaltungen und die politischen Gremien in den einzelnen Kommunen, aber auch auf Landes- und Bundesebene in die Verantwortung nehmen könnten, sagt Narewski: „Wir müssen uns breiter aufstellen.“ Auf diese Weise könnten die Ideen der Beiräte mehr Beachtung finden, zudem bestünden bessere Chancen für eine Umsetzung ihrer Ziele.

Nachdem die Seniorenvertreter aus Emden bereits Kontakt mit ihren Mitstreitern aus den Städten Norden, Leer und Wittmund aufgenommen hatten, wollen sie mit dem Treffen am Freitag eine Basis für eine größere Zusammenarbeit legen. „Das hat es bisher noch nicht gegeben“, sagt Dietmar Ockenga, der stellvertretende Vorsitzende des Emder Gremiums.

Er und Narewski erwarten Vorstandsmitglieder des Emder Beirates für Menschen mit Teilhabeeinschränkungen, der Seniorenbeiräte aus Leer, Wittmund, Esens, Großheide, Rhauderfehn und Apen (Landkreis Ammerland) sowie der Senioren- und Behindertenbeiräte aus der Stadt Norden und der Samtgemeinde Jümme. Gesprochen werden solle am Freitag in Emden unter anderem über das Thema Altersarmut und mögliche Wege aus dieser Situation.

Ein Anliegen der Gremien sei aber auch die Schaffung von bezahlbarem, senioren- und behindertengerechtem Wohnraum – gerade auch in den eigenen vier Wänden der Betroffenen, so dass diese ihr gewohntes Zuhause im Alter oder aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht verlassen müssten. Zudem solle beim Treffen in Emden auch über den Ärztemangel in der Region und die künftige medizinische Versorgung in Ostfriesland diskutiert werden, sagen Narewski und Ockenga.

Die Statistik zeigt, wie groß der Anteil der älteren Menschen in der Bevölkerung ist: Laut Angaben der Bertelsmann-Stiftung lag der Anteil der Bürger, die 65  Jahre oder älter sind, in Emden im Jahr 2015 bei etwa 20,7  Prozent. In der Stadt betrug das Durchschnittsalter zum Ende des Jahres 2015 etwa 43,2  Jahre.

Zum Vergleich: In der Gemeinde Krummhörn waren zur selben Zeit etwa 22  Prozent der Menschen älter als 64  Jahre, in Hinte waren es etwa 24,3  Prozent. Das durchschnittliche Alter lag bei 45,3  Jahren (Krummhörn) sowie 45,4  Jahren (Hinte). Die Gesamtzahlen für den Landkreis Aurich liegen bei einem Anteil von 21,9  Prozent der Älteren sowie einem Altersschnitt von 44,6  Jahren.

Mit einer engeren Kooperation verfolgen die ostfriesischen Seniorenbeiräte den richtigen Ansatz. Mehr als jeder fünfte Emder ist älter als 64  Jahre – in ländlich geprägten Gemeinden ist der Anteil sogar noch größer (siehe Infokasten). In Niedersachsen könnten die Senioren im Jahr 2030 im Schnitt 30  Prozent der Bevölkerung ausmachen, prognostiziert das Landesamt für Statistik. Die Interessen der Älteren erhalten hierdurch eine immer größere Bedeutung.

Hinzu kommt: Manche Themen können künftig kaum noch auf kommunaler Ebene gelöst werden, wie es die aktuelle Diskussion um die medizinische Versorgung in Ostfriesland zeigt. In diesem Zusammenhang ist es nur richtig, dass auch die Vertreter der Senioren über den kommunalen Tellerrand hinausblicken und zusammenarbeiten.

Den Autor erreichen Sie unter m.alberts@zgo.de